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Spannende Mischung, nachhaltige Effekte

Erstes Treffen der Projektbeteiligten in Brandenburg

Auf Initiative der DAW SE bauen Landwirte in Brandenburg Erbsen in Mischkultur mit Leindotter an. Letzterer dient der DAW als Rohstoff für hochwertige Holzveredelungsprodukte wie Lasuren und Öle. Das vom Bundesamt für Naturschutz geförderte Projekt ist kein Strohfeuer, sondern kommt als nachhaltige Anbaualternative langfristig der Artenvielfalt zugute.

Naturschutz und nachhaltiges Wirtschaften sind die Ziele eines Projektes, das die DAW SE in Brandenburg betreibt. "Wir wollen die Biodiversität stärken, indem wir einen großflächigen Mischfruchtanbau von Erbsen und Leindotter etablieren. Zugleich bauen wir eine auf heimischen und nachwachsenden Rohstoffen basierende Lieferkette auf", sagt Dr. Aaron Breivogel, der das Projekt in der DAW-Forschung und Entwicklung leitet. Das Projekttreffen im brandenburgischen Pritzwalk Ende Juni bot auch personell eine spannende Mischung. Vertreter beteiligter Unternehmen, Institutionen und Naturschutzorganisationen waren ebenso vor Ort wie Mitarbeiterinnen des Programmbüros des Bundesprogramms "Biologische Vielfalt" und lokale Landwirte. Leindotter steht auf der Roten Liste der gefährdeten einheimischen Nutzpflanzen in Deutschland. Sein Anbau leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt.

"Wir brauchen in Brandenburg Anbaualternativen, damit wir auch auf unseren trockenen Böden vernünftige Erträge erzielen können", sagt Dietrich Scharpenberg, Landwirt aus der Gemeinde Reckenthin im Landkreis Prignitz. "Die Mischkultur bringt für uns anbautechnisch viele Vorteile." Im Frühjahr gesät, kann der Leindotter schon im Juli in einem einzigen Arbeitsgang zusammen mit den Erbsen geerntet werden. Waren es 2017 noch rund 50 Hektar, bewirtschaften nun schon neun landwirtschaftliche Betriebe 195 Hektar Fläche im Mischfruchtanbau. Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms "Biologische Vielfalt" des Bundesamts für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.

"Der Leindotter blüht in einer Zeit, in der sonst wenig blüht", erklärt Projektkoordinatorin Dr. Katharina Spethmann. "Deshalb ist er für die Insekten ein richtiger Magnet." Gerade für Regionen wie Brandenburg, die von großen Monokulturen bestimmt sind, ist der Leindotter ein Segen für die Bestäuber. Denn die finden dort sonst wenig Nahrung. "Leindotter ist gleichzeitig eine Möglichkeit, den Ertrag auf den reinen Erbsenflächen zu steigern", sagt Katharina Spethmann. Für die Erbsen hat er die Funktion einer Stützfrucht, an der sie entlangranken können - ohne den Erbsenertrag zu schmälern. Zudem unterdrückt Leindotter den Unkrautwuchs, wodurch weniger Pflanzenschutzmittel nötig sind. Bei gleichbleibendem Flächenverbrauch fahren die Landwirte so in der Regel höhere Ernteerträge ein. Die am Projekt teilnehmenden Betriebe werden außerdem rund um den Anbau fachlich beraten.

Zum Konzept des Projektes gehört es, dass auch die Weiterverarbeitung des Leindotter-Erbsen-Gemischs organisiert ist. An einer zentralen Sammelstelle wird das Gemisch getrennt und getrocknet, die Leindottersaat danach in einer Ölmühle verpresst. Das gewonnene Öl verarbeitet der DAW-Partner Worlée Chemie GmbH zu einem Bindemittel, das der DAW als Basis für hochwertige Lasuren und Öle zur Holzveredelung dient. Um ausreichend große Mengen zu erzielen und das Projekt für alle Beteiligten profitabel zu machen, sollen Erbsen und Leindotter bis 2022 von 40 Betrieben auf 1000 Hektar angebaut werden. "Unser Ziel ist die Schaffung einer Lieferkette, die sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch nachhaltig ist", sagt Aaron Breivogel. "Nur so wird Biodiversität dauerhaft und im großen Flächenmaßstab gefördert."