Firmengeschichte
Im Jahre 2010 feierten die Deutschen Amphibolin-Werke von Robert Murjahn ihr 115jähriges Bestehen.

Ursprünglich gegründet, um im Odenwald das Mineral Amphibol (Hornblende/ Grünschiefer) bergmännisch zu gewinnen, entwickelte sich das Unternehmen zu einem Hersteller von Anstrichmitteln für den Baubereich, wobei diese zunächst pulverförmigen Produkte aus mineralischen Pigmenten, Füllstoffen und den Binde- mitteln Kalk/Casein ("Murjahns Anstrichpulver"), danach auch Leim bzw. Wasserglas bestanden. Später rückte dann vor allem durch das Lebenswerk von Dr. Robert Murjahn die Technologie synthetischer Dispersionsbindemittel in den Mittelpunkt der Produktforschung.

Auf diesem Gebiet übernahm das Unternehmen die Rolle eines Spezialisten und Vorreiters, die es bis heute innehat. Vor allem das wässrige Universal-Farben- bindemittel Caparol (Casein, Paraffin, Oleum) - später mit Kunststoffdispersion als Basisrohstoff anstelle von Öl rezeptiert - trat einen Siegeszug durch die deutschen Malerwerkstätten an.

Als weitere Meilensteine sind unter anderem folgende Produkte/ Traditionsmarken zu erwähnen: Die Fassadenfarben "Amphibolin", "Muresko" und "AmphiSilan", die Innenfarben "Alpinaweiß", "Malerit" und "Indeko-plus" sowie die bekannte Voll- und Abtönfarbe "Alpinacolor", heute "CaparolColor".


Stationen eines erfolgreichen Werdegangs:
1885 Ernst Murjahn und dessen Sohn Eduard vom Hamburger Export- und Import-Handels-Unternehmen "Ernst Murjahn & Sohn" erwerben im Odenwald Schürfrechte für Mangan. Bei den sich anschließenden Bodenuntersuchungen stößt Eduard Murjahn auf Hornblende, einem wichtigen Mineral aus der Gruppe der Amphibole.
1889 Eduard Murjahn schließt für "Ernst Murjahn & Sohn" die ersten Förderverträge zum Abbau von Mineralien ab und findet ein Verfahren, das gefundene Amphibol aufzuarbeiten. Er gründet 1889 in Ernsthofen/Odenwald die "Deutschen Amphibolin-Werke von Eduard Murjahn" und beginnt danach mit der Herstellung von Farb- und Verputzpulver sowie Rostschutzfarben.
1894 Robert Murjahn, Sohn von Eduard Murjahn, entwickelt auf der Basis von Kalk und Kreide ein Verputz-Anstrich-Pulver. Das Pulver bekommt 1894 auf einer Ausstellung in Kiel ein Ehrendiplom und wird mit einer Goldmedallie ausgezeichnet.
1895 Gründung der Firma "Deutsche Amphibolin-Werke von Robert Murjahn" in Ober-Ramstadt durch Robert Murjahn. Herstellung von Verputz-Anstrichpulver und "Murjahn's Anstrich-Pulver".
1901 Produktion von geleimter Kreide als heißwasserlösliche Pulverfarbe, wenig später unter dem Namen "Alpinaweiß" in den Verkauf gebracht.
1909 "Alpinaweiß" wird als Marke für Leimfarben registriert. Vier Jahre später beginnt die Produktion der ersten kaltwasserlöslichen Leim-Pulverfarbe "Alpinaweiß".
1926 Der 24-jährige Dr. Robert Murjahn, Sohn des Firmengründers, tritt in das Unternehmen ein.
1928 Dr. Robert Murjahn entwickelt das wässrige Emulsionsbindemittel "Caparol", mit dessen Hilfe der Maler aus Pigmenten und Füllstoffen die benötigte Anstrichfarbe selbst herstellen kann. Der Markenname ergibt sich aus den Anfangsbuchstaben der drei Bestandteile Casein, Paraffin und chinesisches Holzöl (Oleum). Das neue Produkt leitet die Emulsionsbindertechnik im Malerhandwerk ein.
1936 Dr. Robert Murjahn setzt erstmalig eine Acryldispersion anstelle von Öl in seinem Caparol-Binder ein.
Die "Caparol-Paste-Ölfrei" markiert damit den Beginn der modernen Dispersionsfarbentechnik.
1953 Markteinführung des Glanzüberzugsmittels "Capaplex".
1954 Mit "Murjahns Latexfarbe" kommt die erste streichfertige Dispersionslatexfarbe auf den Markt.
1956 Eine Dispersionsfarbe auf Basis Vinylpropionat wird unter dem Traditionsnamen "Amphibolin" vertrieben.
1957

Gründung der Disbon GmbH, Ober-Ramstadt.

Als Verpackungsneuheit wird die 1-kg-Plastiktube für die Abtönfarbenreihe AVA eingeführt. Mit der Verbreitung der AVA-Abtönfarben entfällt das Anteigen der pulverförmigen Farbpigmente.

1959 Unter der Marke "Muresko" kommt eine neu entwickelte Dispersions-Füllfarbe auf den Markt.
1963

Einführung der Polymerisatharz-Fassadenfarbe "Duparol".

Disbon präsentiert mit "Disbon 400" eine der ersten amtlich zugelassenen Ölsperren.

1965 Die DAW wird umsatzmäßig Deutschlands größte Dispersionsfarbenfabrik.
1966 Übernahme der österreichischen Synthesa-Chemie in Perg, Österreich. Synthesa ist Hersteller von Dispersionsfarben, Klebstoffen und Schleifpapieren für die Holzindustrie.
1968 Die Traditionsmarke "Alpinaweiß" ist der erste und bekannteste Markenartikel für Farben in Deutschland und wird 1979 Europas meistgekaufte Innenfarbe, die sie bis heute geblieben ist.
1972 Präsentation von "Alpinacolor", dem bis heute erfolgreichsten Ganzpackungs-Farbenmischsystem neuer Generation.
1973 Markteinführung des Acryllacks "Capacryl".
1976 Unter der Marke "Sylitol" wird ein modernisiertes Silikatfarben-Sortiment eingeführt.
1978

Nach dem Tod von Dr. Robert Murjahn übernimmt sein bereits seit 1973 als Geschäftsführer tätige Sohn Dr. Klaus Murjahn die Leitung der DAW.

Markteinführung des maschinellen Abtönsystems "Capamix" für Farben, Lacke und Putze.

1981 Gründung der Capatect Dämmsysteme GmbH & Co. Energietechnik KG, Ober-Ramstadt. Capatect vermarktet Wärmedämm-Verbund- und Fassadenputzsysteme.
1983 Gründung der Alpina Farben Vertriebs GmbH & Co. KG, Ober-Ramstadt. Die Erschließung des DIY-Segmentes wird systematisch und erfolgreich gestartet.
1984 Der gestreifte Elefant wird neues Firmensignet für Caparol. Die erstmalige Vorstellung erfolgt auf der Messe "Farbe" in München.
1985 Präsentation der weltweit ersten emissions- minimierten und lösemittelfreien Innenfarbe "Indeko-plus E.L.F.".
1987 Mit "AmphiSilan" kommt eine regenabweisende, gleichzeitig aber auch hoch diffusionsaktive Siliconharz-Fassadenfarbe in den Markt.
1989 Gründung der Caparol Farben GmbH & Co KG. Die "Deutschen Amphibolin-Werke von Robert Murjahn" werden zur Holding.
Die Vertriebsfirmen von DAW sind: Caparol, Capatect, Disbon und Alpina. Das Unternehmen erzielt erstmals einen Umsatz von über 500 Millionen Mark.
1990 Übernahme von Fries-Burgholzer, Perg/ Österreich, Hersteller von mineralischen Putzen.
1991 Verleihung des Urteils "sehr gut" von der Stiftung Warentest für "Alpinaweiß" und "Alpina Umwelt-Raumfarbe".
1992 Übernahme der Lacufa AG, Berlin, mit vier Produktionsstätten von der Treuhandanstalt Berlin. Lacufa-Produktionsstätten sind:
Fürstenwalde, Köthen, Rückmarsdorf und Nerchau. Lacufa-Niederlassungen gibt es in Moskau und Sankt Petersburg.
1993 Einführung des Capalac Lack- und Lasurenprogrammes.
1995

Jubiläumsfeier mit Kunden und Lieferanten zum 100jährigen Bestehen von "DAW".

Die Caparol-Firmengruppe übernimmt die ALLIGATOR FARBWERKE GmbH zu 100%.

1996 Inbetriebnahme der modernsten Dispersionsfarben-Fabrik Europas am Firmensitz Ober-Ramstadt. Der 46 Meter hohe Siloturm für Rohstoffe ist sichtbares Zeichen dieser Erweiterung.
1998

Caparol eröffnet in Köthen die modernste Bautenlackfabrik Europas.

Die schwedische Farbenfabrik AB N. Haglund Färgindustri/Göteborg wird übernommen.

Das neue Vertriebskonzept 2000 wird umgesetzt: Die bislang eigenständigen Vertriebsgesellschaften Caparol, Capatect, Disbon werden zur neuen Vertriebsgesellschaft "Caparol Farben Lacke Bautenschutz" zusammengefasst.

1999 Premiere und Einführung der richtungsweisenden Farbtonkollektion "Caparol 3D-System für Baufarben" auf der Messe "Farbe" in Köln.
2001 Einweihung der neuen Produktionsstätte von Caparol Italiana in Vermezzo.
2002 Die DAW France eröffnet ihre neue Produktionsstätte in Boves (Amiens).
2003

Gründung von Caparol Shanghai mit eigener Produktion für den chinesischen Markt.

Neustrukturierung der Caparol-Geschäftseinheiten.

Gründung der Deutsche Amphibolin-Werke von Robert Murjahn Stiftung & Co KG.

2004

Markteinführung von Muresko SilaCryl®, der neuen Fassadenfarbe auf SilaCryl®-Basis.

Markteinführung des Nespri-TEC®-Systems für die nebelfreie Spritzbeschichtung von Fassaden.

2005

Die DAW feiert ihr 110jähriges Firmenjubiläum.

Markteinführung der Caparol-Wellnessfarben CapaSan (climaaktive Innenfarbe mit photokatalytischer Wirkung) und ElectroShield (Grundierung zum Schutz vor elektromagnetischer Strahlung).

Das Nespri-TECSystem erhält den „Bundespreis 2005 für hervorragende innovatorische Leistungen für das Handwerk“.

2007 Auf der Messe „Farbe, Ausbau & Fassade“ in Köln wird die Produktinnovation „Edition Carbon“ vorgestellt. Die Edition Carbon steht für die neue Generation von Fassadendämmung, die durch Carbonfaser-Verstärkung hoch stoßfest und besonders langlebig ist.

2008 Einführung einer neuen Fassadenfarben-Generation auf Basis der Nano-Quarz-Gitter Technologie. Diese neue Rezeptur sorgt dafür, dass das Ankleben von Schmutzpartikeln nochmals deutlich verringert wird und damit die Fassaden noch länger sauber bleiben. ThermoSan und AmphiSilan sind damit die High-Tech-Fassadenfarben im Markt.