Akustiksysteme sanieren

Das richtige Verfahren entscheidet über den Erfolg
Von Rudolf Kolb

Das Thema Raumakustik gewinnt eine immer größere Bedeutung bei der Planung von Neubauten und bei Sanierungen von bestehenden Gebäuden. Dabei geht es vor allem um die Reduzierung der Nachhallzeit, die eine Verringerung des Lärmpegels und somit eine bessere Sprachwahrnehmung bewirkt.

Bild: Akustikputz im Systemaufbau

Ermöglicht wird der Effekt durch den Einsatz schallabsorbierender Baumaterialien oder spezieller Beschichtungssysteme, die partiell oder vollflächig in akustisch relevanten Räumen verbaut werden.
Akustiksysteme sind mittlerweile nicht nur in Büro- und Schulräumen zu finden, sondern werden immer mehr zum festen Bestandteil der Innenraumarchitektur von Empfangshallen, Kindergärten, Restaurants, Konferenzräumen und Besprechungszimmern bis hin zu Produktionshallen.

Der Markt bietet viele Möglichkeiten, mit denen sich die gewünschte Raumakustik realisieren lässt. Zu den bekanntesten und am häufigsten verbauten Systemen gehören ohne Zweifel die Mineralfaserdeckenplatten, die in abgehängte Schienenkonstruktionen integriert werden und in unterschiedlichsten Variationen sowie Größen verfügbar sind. Immer häufiger zu sehen sind auch fugenlose Systeme, zu denen die sogenannten Akustikputze gehören.

Unabhängig von der Systemart und den verwendeten Baustoffen haben die benannten Akustiksysteme eines gemeinsam: Sie weisen ein stark poröses oder perforiertes Gefüge auf, das die schallabsorbierende Eigenschaft überhaupt ermöglicht. Wird dieses Porengefüge zum Beispiel durch einen Anstrich an der Oberfläche verschlossen, kann dies eine enorme Auswirkung auf die gesamte Raumakustik haben. Im schlimmsten Fall verliert das System seine Funktion und wird raumakustisch unwirksam. Die Folge ist nicht selten der teuere Rückbau bzw. Neuaufbau des gesamten Systems.

 

 

Grafik oben:

Geringer Materialauftrag,
Schall wird absorbiert.

 

 

 

 

Grafik unten:

Hoher Materialauftrag, Beschichtung verläuft zu einem geschlossenen Film.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob derartige Oberflächen überhaupt anstrichtechnisch saniert werden können. Fakt ist, dass auch Akustiksysteme mit der Zeit verschmutzen und unansehnlich werden, so dass eine Sanierung unvermeidbar wird. Durch den Einsatz spezieller Applikationstechnik und unter Einhaltung vorgegebener Material-Verbrauchsmengen ist die Sanierung von Mineralfaserdeckenplatten und Akustikputzen mit nur gering akustisch wahrnehmbaren Einfluss möglich.

Decke aus Mineralfaserplatten mit starken Verfärbungen

 

Trockene Wasserflecken sollten mit einer absperrenden Grundierung vorbehandelt werden. Hierfür eignen sich Produkte aus der Spraydose.

Spritzapplikation einer Akustikputzdecke im
Airmix-Verfahren

Das Material wird direkt aus einem Gebinde angesaugt, das auf einer digitalen Waage steht.

Dadurch kann der genaue Verbrauch kontrolliert werden.

Im Praxismerkblatt "Beschichtung von Akustiksystemen im Spritzverfahren" erfahren Sie alles über das Vorgehen bei der Sanierung von Akustiksystemen sowie den Einsatz geeigneter Materialien und Maschinentechnik:
CapaCoustic Melapor
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