Grüntuch Ernst Planungs GmbH, Berlin Projekt: Marie Curie Gymnasium in Dallgow-Döberitz
Eine Schule ist mehr als ein Raumsystem für Unterrichtseinheiten. Die Schule ist wichtiger Teil des Lebensumfeldes der Schüler und prägt ihr Verständnis der gebauten und natürlichen Umwelt durch vielfältige Erfahrungen. Im Übergangsbereich vom kleinmaßstäblichen Siedlungsrand und freier Landschaft entsteht ein Gebäude mit einer Vielzahl von kontrastreichen Raumfolgen und vernetzten Außenraumbezügen. Überraschende visuelle Verbindungen in der Schule bereichern den Alltag und erleichtern die Orientierung und Identifizierung in der Schule.
Das Schulgelände ist in vier unterschiedliche Bereiche untergliedert: - Ein einladender Vorplatz mit geschütztem Haupteingang unter dem Vordach. - Den umschlossenen und geschützten Pausenhof in der Mitte des Gebäudeensembles. - Die freie Landschaft mit Spiel- und Sportflächen. - Das erhöhte Pausendeck mit Einblicken in verschiedene Schulbereiche und Ausblicken über die Landschaft.
Das Schulgebäude setzt sich aus verschiedenen Bauteilen zusammen, die untereinander und mit dem Landschaftsraum eng vernetzt sind. Die 2-geschossige Bebauung wird dominiert von der horizontalen Gliederung des Pausendecks. Diese begehbare Dachlandschaft verbindet die einzelnen Baukörper. Auf der unteren Ebene gruppieren sich alle Fachräume, die Sporthalle, die Bibliothek und die Verwaltung um die zentrale Eingangshalle und den Pausenhof. Auf dem Deck umfassen zwei L-förmige Baukörper den erhöhten Pausenbereich. Es sind die Klassenhäuser der beiden Sekundarstufen im 1. Obergeschoß, die als klar ablesbare Einheiten die Orientierung und Identifizierung für die Schüler erleichtern.
Die zentrale Erschließungsachse der Schule führt von der Bushaltestelle an der Straße über den Vorplatz, durchquert das Gebäude im Zentrum zwischen Innenhof und Pausenhalle und erstreckt sich bis in den offenen Landschaftsraum. In Querrichtung erschließen sich der Verwaltungsbereich und die Fachräume. Diese sind übersichtlich gegliedert nach Kunst/Musik/Werken rechts von der Schulstraße und den Naturwissenschaften und Informatik links.
Herzstück und kommunikatives Zentrum der Schule ist die Aula. Sie durchdringt das erhöhte Pausendeck und verbindet diesen exponierten Teil des Schulhofes mit dem introvertierten Pausenhof. Aus der Halle blickt man über den Vorplatz, in den zentralen Flur und herunter auf die abgesenkten Spielfelder der Sporthalle.
Die Fassade ist Hülle und Dekoration, die den Blick filtert und führt. So wird eine vielschichtige Wirkung durch perforierte Bleche, Klarglas, bedruckte Glaselemente, und glasbelegte Metallpaneele erzielt. Ein Patchwork aus Fassadenfeldern unterschiedlicher Transparenz und Transluzenz, die den Blick auf die angrenzende Siedlung verschleiern und damit schemenhaft abstrahieren. Die farbigen Lichtfelder haben unterschiedliche Leuchtstärken. Mit dem Sonnenstand wechseln sie ihre Position und schaffen einen dynamischen Raumeindruck. Dieser Eindruck führt über die Flure bis in die Klassen. |
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