Unsere Referenzen auf einen Blick
Neu angefertigt nach altem Vorbild: Das Eingangstor passt zur Architektur und setzt einen deutlichen Farbakzent.
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Bau AG bewahrt traditionelle Architektur in Kaiserslautern

Neue Haustüren nach alten Vorbildern angefertigt

In Kaiserslautern werden die Königstraße und die Friedrichstraße wesentlich durch Wohnbauten im Art Decor-Stil geprägt. Dementsprechende Schmuckelemente finden sich an den Fassaden in vielfältigen Formgebungen. Bei der Sanierung von insgesamt 45 Wohnhäusern rund um die Königstraße ging es der Bau AG darum, das überlieferte Erscheinungsbild des Wohngebietes zu erhalten. Dazu war es unter anderem erforderlich, die Hauseingangstüren aus den 20er Jahren neu herzustellen.

Alte Aluminium-Glas-Türen ersetzt

Für die sechs überwiegend dreigeschossigen Wohnblöcke waren 45 Haustüren aus Holz neu anzufertigen. Damit beauftragte die Bau AG vier verschiedene in der Region ansässige Schreinerbetriebe. Die Türen mussten den heute geltenden Vorschriften hinsichtlich Sicherheit, Schall- und Wärmedämmung gerecht werden. Sie ersetzten die alten und unschönen Aluminium-Glastüren, die im Zuge der von 1978 bis 1982 ausgeführten Renovierungsmaßnahmen eingebaut wurden.

„Es war nicht ganz einfach, insgesamt acht alte Tür-Formen nachzubilden“, betont der in Kaiserslautern wohnende Farbdesigner Manfred Engelmann, der die Farbgestaltung für die an sieben Straßen gelegenen Wohnhäusern samt ihren Türen plante und vor Ort das Umsetzen seiner Entwürfe überwachte: „Die Denkmalschutz-behörde wünschte Fenster mit Sprossenteilungen und Haustüren aus Holz, die den alten möglichst nahe kommen sollten. Im Stadtarchiv fanden sich alte Baupläne im Maßstab 1:250, auf denen zwar noch Türen erkennbar waren, jedoch nur in grober Formgebung. Exakte Details zur Flächenaufteilung fehlten. Die Formen der Türen waren von 1919 bis 1928 von den Architekten Michael Müller, Alois Loch, Phillip Spelger und Baudirektor Hermann Hussong auf die Fassaden-Architektur zum Teil mit expressionistischen und Art Decor-Elementen abgestimmt worden.“

Farbenleitplan geschaffen

Für die Stadt Kaiserslautern ist die in Ost-West-Richtung verlaufende Königstraße ebenso dominant wie die Fischerstraße. Die Marienkirche aus rotem Pfälzer Sandstein ist der beherrschende Bau am Anfang dieser Straßenachse, ein gelber Rundbau bildet das Ende davon. Die Bauten von Hussong und anderen Architekten aus den 20er Jahren, dem Zeitalter des Expressionismus in Deutschland, haben einen hohen städtebaulichen Rang.

Sie sind bei aller symmetrischen Strenge mit vielen abwechslungsreichen Details wie Konsolen, Zwerggiebeln, Fenster-Verdachungsgiebeln, Gesimsen und unterschiedlichen Erkern geschmückt. Die Details variieren formal von Wohnblock zu Wohnblock, ohne dass dabei die optisch erfassbare Geschlossenheit der Wohnanlage beeinträchtigt wird. Deren besondere Merkmale sind eckig gebrochene Linien bei den Giebeln und Konsolen, die stilistisch auch als „Art Decor“ bezeichnet werden.

Für die von 1998 bis 2006 dauernden Sanierungsarbeiten entwarf Engelmann einen Farbenleitplan als Gesamtkonzept, in dem alle Fassadenfarben festgelegt wurden. Bei der Gestaltung ging er primär von den Konzeptionen der verschiedenen Architekten aus, verzichtete aber auf eine „harte, expressionistische Farbigkeit mit großflächig eingesetztem Rot und Dunkelblau, weil diese heute den Bürgern kaum angenehm ist, zumal es für die anderen Wohnblöcke nur Beige- und Grautöne gab.“

Die Wohnblöcke sollten farbgestalterisch in ihrer Symmetrie und Geschlossenheit erhalten bleiben, sich dabei aber auch deutlich voneinander unterscheiden. Engelmann erklärt: „Deswegen habe ich kräftige Farben mit vergrauten und helleren Farben kombiniert, so dass ein abwechslungsreiches, lebendiges und harmonisches Straßenbild entsteht, das städtebaulich eine Bereicherung für Kaiserslautern ist.“

Die neuen formschönen Hauseingangstüren sollten durch die Farbgebung hervorgehoben werden und besonders einladend wirken. Sie sind in drei bis sechs Farbtönen gestaltet, wobei zumeist RAL-Farbtöne ausgewählt wurden, die durch Blau- und Grau-Töne aus der Kollektion 3D-System von Caparol ergänzt sind. Zur farbigen Beschichtung eignete sich Capalac-Hochglanzlack aufgrund der optisch hochwertigen Flächenwirkung und der Strapazierfähigkeit.

Neue Grundrisse für die Wohnungen

Bei den Sanierungsarbeiten waren rund 17 000 Quadratmeter an Wohnflächen zu modernisieren. Dabei wurden auch die Dächer neu eingedeckt und die Fassaden mit einem Wärmedämm-Verbundsystem von Capatect in acht, zehn sowie zwölf Zentimetern Dicke ausgestattet. Bei den zur Straßenseite hin gelegenen Fassaden war das aus Gründen der reich gegliederten Architektur nicht immer möglich, so dass hier teilweise auf Innendämmungen mit sieben Zentimeter dicken Vorsatz-Ständerwänden zurückgegriffen werden musste. Durch die auf den heutigen Bedarf zugeschnittenen Veränderungen der Grundrisse entstanden 212 Zwei- bis Fünfzimmer Wohnungen von 55 bis 140 Quadratmetern Wohnfläche. Die Kaltmiete in den Häusern liegt auch nach der Sanierung bei unter fünf Euro pro Quadratmeter.

Bau AG mit farbiger Philosophie

Die Bau AG in Kaiserslautern betreut rund 8 000 Wohneinheiten. Sie legt großen Wert auf das farbige Erscheinungsbild der von ihrer Wohnungen. Direktor Guido Höffner erläutert die dazu gehörige Philosophie des Unternehmens. „Mit geplanter Farbigkeit Wohnen ist eine gestalterische Grunddevise der Bau AG. Die Wohnbauten der Bau AG in Kaiserslautern gelten seit Jahrzehnten auch überregional als Musterbeispiel dafür, wie bedeutsam farbig gestaltete Bauwerke für das Wohnumfeld der Mieter sind. Die Wohnsiedlungen der Bau AG haben das Stadtbild in Kaiserslautern positiv mit geprägt. Das kommunale Unternehmen arbeitet seit über 30 Jahren mit erfahrenen und kompetenten Farbgestaltern zusammen.

Wir haben schon früh erkannt, welch große Bedeutung der Farbe im visuellen Erscheinungsbild der Städte und im Leben der Menschen zukommt. Deswegen verfügen wir heute über große Erfahrung bei der Gestaltung von Einzelobjekten und größeren Siedlungen im sozialen Wohnungsbau. Es gehört zur Philosophie der Bau AG, dass der visuelle Eindruck der Wohnhäuser den Mietern, unseren Kunden, signalisiert: ‚Hier wurde etwas Besonders, etwas Ansprechendes geschaffen, das über das sonst übliche Maß im sozialen Wohnungsbau hinausgeht.’ Der Mieter soll sich in seinem Wohnumfeld wohl fühlen, die farbige Gestaltung soll zu seiner persönlichen positiven Identifikation mit seinem Wohngebiet beitragen.

Die Wohnzufriedenheit ist uns als Dienstleistungsunternehmen besonders wichtig, und unsere Erfahrungen haben aufgezeigt, dass dem etwas höheren finanziellen Aufwand einer geplanten Gestaltung letztlich durch eine jahrzehntelange Wohntreue gedankt wird. Dem Farbgestalter Manfred Engelmann ist es ein Hauptanliegen, eine architekturbezogene in sich stimmige Baufarbigkeit zu schaffen, die sowohl beim Einzelhaus als auch bei größeren Wohnanlagen harmonisch im Detail und im Gesamtbild empfunden wird. Dabei verzichtet er bewusst auf plakative, grellbunte oder modische Gestaltungen, denn diese wirken oft zu aufdringlich, und sie sind meistens nur sehr kurzlebig.“

Fotos: Caparol Farben Lacke Bautenschutz