 |
|
|
|
|
Wohnungsgenossenschaft Johannstadt in Dresden erfolgreich
|
Leerstand vermeiden
|
| Die sächsische Landeshauptstadt Dresden setzt im Bemühen um einen vorderen Platz in der deutschen Städtelandschaft nicht nur auf ihre unvergleichlichen Kulturdenkmäler, sondern auch auf die Pflege und Modernisierung der überlieferten Wohnsubstanz, die überwiegend aus der jüngeren Vergangenheit stammt. Die verheerenden Bombenangriffe im Februar 1945 hatten die Stadt zu 75 Prozent zerstört. Seit Mitte der 50er Jahre waren am Wiederaufbau Dresdens auf der Grundlage einer 1957 in Kraft gesetzten Verordnung Arbeiterwohnungsbau-Genossenschaften beteiligt. Die Mitgliedschaft war an die Zahlung von Genossenschaftsanteilen und die tatkräftige Mitwirkung am Wohnungsbau gebunden. |
Pioniere des Wohnungswesens
|
Zum Kreis der neuentstandenen Wohnungsbaugenossenschaften gehörte auch die damalige AWG Fortschritt und heutige Wohnungsgenossenschaft Johannstadt eG, deren Bestände im Bereich des nach König Johann von Sachsen benannten linkselbischen Stadtteils liegen. Sie fühlt sich in der Tradition früherer Dresdner Baugenossenschaften, von denen ein früherer Stadtbaudirektor sagte, daß sie trotz unterschiedlicher Handschriften eines gemeinsam hätten: Pioniere des Wohnungswesens zu sein. Pionierarbeit leisteten die Johannstädter auch im Verlaufe des vergangenen Jahrzehnts. Mit der Einführung der Marktwirtschaft flossen ab 1991 keine staatlichen Subventionen mehr in die Genossenschaftskassen. Das bedeutete, daß mit sieben Millionen Mark Mieteinnahmen sämtliche Aufwendungen für Verwaltung und Instandhaltung bestritten werden mußten.
Im strategischen Unternehmenskonzept der Wohnungsgenossenschaft spielt deshalb neben der konsequenten Kostensenkung die Vermeidung von Leerstand und Verschuldung eine herausragende Rolle. Die erfolgreiche Umsetzung dieser Strategie schlägt in der derzeitigen Leerstandsquote von 3,5 Prozent, die weit unter dem Dresdner Durchschnitt liegt, und einer soliden finanziellen Basis zu Buche.
Vorstandsmitglied Uta Knorr, gemeinsam mit Vorstandsmitglied Thomas Dittrich an der Spitze der Genossenschaft, nannte als entscheidende Gründe für die solide Position der Johannstädter Wohnungsgenossenschaft auf dem Markt die attraktive Wohnlage der Quartiere zwischen Innenstadt und Elbe, vertrauensbildende Maßnahmen und die systematische Aufwertung des Wohnungsbestandes. |
Gegen Ausverkauf zur Wehr gesetzt
|
| Der zweite Weltkrieg hatte in der sächsischen Metropole eine Trümmerlandschaft hinterlassen. Inmitten der Ruinen begann in den fünfziger Jahren der Wohnungsneubau, der nach dem Willen der politischen Führung der DDR sozialistische Züge tragen sollte. 1959 konnte die Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft die ersten, für die damalige Zeit großzügig ausgestatteten Wohnungen an Mitglieder übergeben. Bis zum Ende der sechziger Jahre entstanden vier- und fünfgeschossige Typenbauten mit begrünten Wohnhöfen. Mit dem von der Regierung beschlossenen Wohnungsbauprogramm rückte der Bau von Hochhäusern ins Zentrum des Wohnungsbaugeschehens. In Johannstadt gehören mehrere Dutzend zum Bestand der Wohnungsgenossenschaft, der derzeit mehr als 7500 Wohnungen umfaßt. |
Rechte der Mitglieder mutig vertreten
|
Monolithische und Plattenbauweise halten sich etwa die Waage. Aber hier wie dort hat sich ein stark ausgeprägtes genossenschaftliches Bewußtsein entwickelt. Es zahlte sich aus, als die Wohnungsgenossenschaften in den neuen Ländern Mitte der neunziger Jahre mit verändertere Rahmenbedingungen konfrontiert wurden. Mit einem mutigen Schritt verteidigte die Johannstädter Wohnungsgenossenschaft im Rahmen der Auseinandersetzung mit dem Altschuldenhilfegesetz die Eigentumsrechte ihrer Mitglieder und wehrte in einem erfolgreich geführten Prozeß die Zahlung eines zweistelligen Millionenbetrags ab.
Der mit Zustimmung der Mitglieder beschlossene Kauf zusätzlicher Geschäftsanteile erbrachte eine Kapitalerhöhung um 24 Millionen Mark und ermöglichte den Verzicht auf auf den Verkauf von Wohnungen. Entschieden wendet sich der Vorstand der Wohnungsgenossenschaft gegen Stigmatisierung und Abriß von Plattenbauten und räumt stattdessen der Sanierung oberste Priorität ein. Zunächst wurden jedoch die Ende der 50er und 60er Jahre errichteten Quartiere instandgesetzt und mit zeitgemäßem Wohnkomfort ausgestattet. Die Sanierung trug den Ansprüchen modernen Wohnens Rechnung und berücksichtigte die Wünsche der Bewohner. Zum Paket gehörten neben der Dach- und Fassadensanierung der Einbau neuer Heizungssysteme, Wärmedämmung und Strangsanierung, die Modernisierung von Bädern, Balkonen und Treppenhäusern. Nicht zuletzt durch frische Farbgebung und einladende Grünanlagen veränderte sich das Erscheinungsbild der Siedlungen.
Auf dem Wohnungsmarkt in den neuen Ländern hatte sich Mitte der 90er Jahre das Blatt gewendet. Mit dem Neubau von Wohngebäuden am Stadtrand und zunehmender Migration war die Nachfrage weitgehend zusammengebrochen und der Leerstand eine akute Bedrohung der Existenz von Wohnungsunternehmen geworden. Dank zielstrebiger und anspruchsvoller Sanierung gelang der Johannstädter Wohnungsgenossenschaft 2001 die Trendwende. Seitdem befindet sich die Leerstandskurve auf Talfahrt. |
Die Platte bekommt ein neues Gesicht
|
Die zehngeschossigen Plattenbauten gehören zur jüngsten Generation des genossenschaftlichen Wohnungsbestandes in Johannstadt und mußten am längsten auf die Sanierung warten. In ihre Modernisierung fließen viele der im letzten Jahrzehnt gesammelten Erfahrungen ein. Die Hochhäuser in der Permoser- und Florian-Geyer-Straße in Johannstadt-Süd sind mit ihrer exponierten Lage gewissermaßen Aushängeschilder der Wohnungsgenossenschaft und erfahren eine Vielzahl von komfortverbessernden Eingriffen. „Ihre Herkunft werden sie aber nicht verleugnen“, so Vorstand Uta Knorr. „Sie sind und bleiben Zeugen der Zeitgeschichte.“
Mit Wärmedämm-Verbundsystem und Neugestaltung von Vorhäusern sowie Treppenhausverglasung erhält die Fassade ein attraktiveres Gesicht. Bäder und Küchen werden wie Balkone und Loggien von Funktions- zu Erlebnisbereichen umgestaltet. Mit den speziell vereinbarten Grundriß- und Ausstattungslösungen der sogenannten Freistil-Wohnungen kann sich jeder Mieter seine ganz persönlichen Wünsche erfüllen. |
Ziel jeder Planung: die Vermietbarkeit
|
| Planung und Ausführung der Baumaßnahmen hat die Genossenschaft in bewährte Hände gelegt. Bauplaner Dipl.-Ing. H. Gebhardt betrachtet als Ziel aller Planung die Vermietbarkeit der Wohnungen und sorgt für eine durchgängige Generallinie bei der Hochhausmodernisierung, die das Stadtbild nicht aus dem Auge verlieren darf. Langjähriger Begleiter der Sanierung des Johannstädter Wohnungsbestandes ist die Dresdner Ingenieurgemeinschaft Froebel + Trautmann, der die Bauüberwachung der umfangreichen Bau- und Sanierungsmaßnahmen übertragen wurde. Sie legt besonderen Wert auf guten Kontakt zu den betroffenen Genossenschaftsmitgliedern und läßt es auf der Baustelle bei der Kontrolle von Kosteneinhaltung, Qualitätsmanagement und Termintreue an Konsequenz nicht fehlen. Geschäftsführerin Sabine Froebel sieht die Herausforderung vor allem darin, bewährte Lösungen mit innovativen Ideen zu bereichern. Dabei steht der Einsatz langlebiger Systeme an vorderster Stelle, zu denen sie unter anderem die Capatect-Wärmedämm-Verbundsysteme zählt. |
Spezialbeschichtung für Wärmedämm-Verbundsysteme
|
Sie haben sich bewährt, seit 1991 in der Genossenschaft die Entscheidung zu ihren Gunsten gefallen ist. An Qualität, Verarbeitung und Service gibt es, so Sabine Froebel, nichts auszusetzen, an gutem Rat und nützlichen Hinweisen keinen Mangel. Das gilt sowohl für Neuheiten im Sortiment als auch für Ideenentwürfe zur Farbgestaltung, mit denen sich Farbdesigner Ralf Lang einen Namen gemacht hat. So wurde das bewährte WDVS um die Spezialbeschichtung ThermoSan ergänzt, die für langfristig saubere Fassaden prädestiniert ist.
Nicht unerwähnt soll bleiben, daß Verkaufsberater Rolf Eifert bei Bedarf zum wöchentlichen Baurapport hinzugezogen wird. Im Mittelpunkt der gemeinsamen Bemühungen steht immer die optimale Lösung. Ihren Beitrag dazu leistet auch die Firmengruppe Hörmannshofer Fassaden mit ihrem Niederdorfer Betrieb. Sie hat sich auf Vollwärmeschutz, Fassadenbekleidungen und Putzsysteme spezialisiert und erhielt in einer beschränkten Ausschreibung den Zuschlag für die Wärmedämmung. Das Unternehmen arbeitet seit Jahren mit der Wohnungsgenossenschaft zusammen und wird von der Ingenieurgesellschaft Froebel + Trautmann bei der Auswertung des Einsatzes positiv beurteilt, was sich bei erneuter Bewerbung auszahlt. Wie von Objektberater Dirk Bergauer zu hören, kann die Firma auf dreißigjährige Erfahrungen im Marktsegment zurückblicken und hat dabei gute Erfahrungen mit der Capatect-Systemtechnik gemacht. Sie steht für die perfekte Beherrschung der Verarbeitungsrichtlinien, hohes Bautempo und eine geringe Reklamationsquote.
Eine in jüngster Zeit durchgeführte Befragung hat ergeben, daß sich die Mitglieder in der Johannstädter Wohnungsgenossenschaft mehrheitlich gut aufgehoben fühlen. Vorstand Uta Knorr sieht die Gründe dafür vor allem im vertrauensvollen Umgang miteinander. Weil die Genossenschaftler rechtzeitig über Umfang und Erfordernisse der Sanierungsmaßnahmen informiert wurden, gibt es viel Verständnis für notwendige Einschränkungen. Individuelle Wünsche werden soweit wie möglich berücksichtigt. Es ist in Johannstadt ein schöne Tradition, daß den sauren Wochen frohe Feste folgen. |
|
|