 |
| In freundlichen Farben zeigt sich eine neu gebaute Wohnanlage in Groß-Auheim. |
|
|
|
Farbgestaltung prägt die Siedlung „Mariengarten“ in Groß-Auheim
|
„Wir verkaufen keine Häuser, wir verkaufen Lebensgefühl“
|
| Außergewöhnliche Wohnqualität zu schaffen, ist das Ziel, das sich die MÜBAU Real Estate GmbH (Frankfurt/Main) steckt. Das ist bei der Siedlung „Mariengarten“ in Groß-Auheim bei Hanau schon auf den ersten Blick erkennbar. Auf dem ehemaligen Gelände einer Eisengießerei entstanden 144 Einfamilienhäuser mit Niedrigenergiehaus-Standard. Gebaut wurde von 2001 bis 2004. Die Farbgestaltung der neuen Siedlung beeinflusst die Wohnatmosphäre in hohem Maße. |
EnEV hält Heizkosten niedrig
|
Für den Außenwandaufbau waren die Anforderungen der seit 2002 gültigen neuen Energieeinsparverordnung (EnEV) bestimmend. Es musste ein U-Wert von 0,35 erreicht werden, um im Zusammenhang mit einer Gasheizung (Brennwerttechnik) einen maximalen Raumwärmebedarf von jährlich sieben Litern Öl pro Quadratmeter Wohnfläche sicherzustellen. Das gelang mit bis zu 17,5 Zentimeter dicken Kalksandsteinen und Wärmedämm-Verbundsystemen mit Plattenstärken zwischen zehn und 20 Zentimetern. Rund 18.000 Quadratmeter Fassadenfläche wurden auf diese seit über 40 Jahren bewährte Art und Weise heizenergiesparend ausgestattet. Die Dämmarbeiten waren für vier Bauabschnitte erforderlich. Sie wurden von folgenden Betrieben ausgeführt: Markus Rickinger (Coswig/Meißen), ARTA – Kraft-Malerwerkstätten (Offenbach), Wenzel-Baudekoration (Hanau) und Mörschel-Baudekoration (Büdingen). Fachlich betreut wurden die Malerbetriebe von Caparol-Verkaufsberater Rainer Napieralski.
Peter Stommel, technischer Leiter der MÜBAU, erläutert: „Wir haben in das Projekt etwa 36 Millionen Euro investiert. Innerhalb von zweieinhalb Jahren waren 98 Prozent der Häuser verkauft – dies zu Preisen zwischen 180.000 und 280.000 Euro bei Wohnflächen von 115 bis 140 Quadratmetern Die Grundstücksgrößen liegen zwischen 200 und 370 Quadratmetern. 80 Prozent der Bauten sind unterkellert. Abwechslungsreich wird der ‚Mariengarten’ durch ein- und zweigeschossige Reihen- und Doppelhäuser mit Sattel- oder Pultdächern.
Das gesamte Baugrundstück ist 47.000 Quadratmeter groß. Wir haben es 1999 von der Stadt Hanau gekauft. Der sich anschließende Sanierungsaufwand war etwa so hoch wie der Grundstückskaufpreis. Denn es handelte sich hier um das Gelände der ehemaligen Eisengießerei ‚Marienhütte’. Es waren demzufolge unterirdische Bauteile zu entfernen sowie rund 80.000 Tonnen Sande und Schlacken abzutragen.“ |
Zu neuem Leben erwacht
|
„Schindkaute“ nannten die Groß-Auheimer einst das etwa zehn Hektar große sandige Gelände entlang der Bahnstrecke Hanau – Aschaffenburg. Das Areal birgt ein wichtiges Stück Industriegeschichte der direkt am Main gelegenen südhessischen Gemeinde. 80 Jahre lang – von 1899 bis 1979 – loderte das Feuer in den Hochöfen der von Arnim’schen Eisengießerei „Marienhütte“. Sie war zeitweilig die größte und bedeutendste Fabrik dieser Art im Großraum Frankfurt.
„Wir sind sehr froh darüber, dass jetzt nach so vielen Jahren der Ungewissheit das lange Zeit brach liegende Gelände als Wohngebiet wieder zu neuem Leben erwacht“, betont Fabrikbesitzer Harald von Arnim. Insbesondere die Konzeption eines garten- und parkähnlichen Areals gefällt ihm. Er selbst hatte immer wieder Bäume auf das Fabrikgelände pflanzen lassen, um zwischen den Werksanlagen für eine grüne Umgebung zu sorgen. |
Die Farbgestaltung
|
| „Eine harmonische Farbgestaltung der Wohnanlage war für uns von großer Bedeutung“, macht Peter Stommel deutlich, „denn wir verkaufen keine Häuser, wir verkaufen Lebensgefühl.“ Dieses Ziel wird im „Mariengarten“ offensichtlich. Wesentlich dazu beigetragen hat der Farbenleitplan von Kirstin Bachmann aus dem Caparol-Farbdesignstudio. Sie sagt: „Ich wollte die Häuser individuell hervorheben. Jedoch sollte das Gesamtgefüge als optische Einheit erfassbar bleiben. Deswegen gibt es auch eine Anzahl von sich wiederholenden Farbigkeiten in Form von Komplementär-Kontrasten. Vergraute Grün-Blau-Töne wechseln sich mit weniger vergrauten Rot-Ocker-Tönen ab. Es gibt Warm-Kalt-Kontraste und Ton-in-Ton-Harmonien. Die Fassadenvorsprünge sind farblich differenziert, um die Gliederung der Architektur hervorzuheben. Innovativ sind die Decoline-Elemente im Bereich von Giebeln und Gauben, die ebenfalls, auf die Architektur bezogen, in Form von auslaufenden Linien angeordnet wurden.“ |
|
|