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| „Sternhaus“ in Alzey: Wenig attraktiv war das äußere Erscheinungsbild der Fassaden vor der Modernisierung. |
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„Sternhaus“ in Alzey mit Farbe gestaltet
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Modernisierung von Wohnhäusern: Wärmedämmung sollte nicht fehlen
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Wenn Wohnhochhäuser aus den 70er Jahren nach heutigen Ansprüchen modernisiert werden, führt an einer Fassadendämmung kein Weg vorbei. Dies galt auch für ein neungeschossiges Gebäude mit 36 Wohneinheiten, das 1975 in Alzey erstellt wurde. Es überzeugt nach der Modernisierung nicht nur durch eine deutlich höhere Energie-Effizienz. Zugleich gelang es, die Fassadenflächen mit attraktiven Farbakzenten individuell hervorzuheben und damit den optischen Charakter des Bauwerks wesentlich zu verbessern.
Das von der Bevölkerung „Sternhaus“ genannte Gebäude ist durch nach allen vier Himmelsrichtungen auskragende Vorsprünge gekennzeichnet, in denen sich die Balkonreihungen befinden. Ihre Brüstungen boten sich für Farbakzente geradezu an. Hierzu Dipl.-Ing. Michael Hackmer vom Architekturbüro Geißler-Hackmer Architekten BDA (Friedrich-Ebert-Straße 119, 67549 Worms): „Die Farbgebung wurde von unserem Büro unter Mitarbeit von Michael Kettenbach entworfen, wobei rund 20 unterschiedliche Varianten entstanden. Der Kreisbauverein Alzey-Worms als Bauherr wünschte sich Grün oder Blau als Grundton. Angesichts des das Haus umgebenden Naturgrüns haben wir ein großzügig eingesetztes lichtes Hellblau sowie zwei unterschiedlich stark gesättigte Gelbtöne eingesetzt, die mit dem akzentuierenden Ziegelrotton am Eingangsbereich eine charakteristische Farbigkeit erzielen. Die individuelle Gestaltung wertet das Gebäude wesentlich auf. Sowohl die konstruktiv-technischen als auch alle kreativen Vorschläge wurden vom Bauherrn mitgetragen, diskutiert und weiterentwickelt.“ |
Mit energetischer Sanierung vertraut
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Die Architekten Harms Geißler und Michael Hackmer beschäftigen sich seit 1991 mit dem Sanieren und Umnutzen von Gebäuden. Das Spektrum der teils denkmalgeschützten Objekte reicht von Wohn-, Verwaltungs- und Dienstleistungsbereich bis hin zu Hotellerie und Gastronomie. Seit der Bürogründung von Geißler Hackmer Architekten 2001 wurde verstärkt Augenmerk auf energetische Gesichtspunkte gelegt, die durch die Qualifizierung als Energieberater quantifiziert und bewertet werden können.
Hackmer verdeutlicht die weiteren Gestaltungsmaßnahmen: „Auf den unproportionierten, wenig architektonisch gegliederten Flächen der Fassade haben wir zudem zwei insgesamt rund 120 Quadratmeter große Flächen aus Aluminiumwellen eingesetzt. Wir wollten mit zusätzlicher Materialfarbigkeit Anklänge an eine moderne Fassadengestaltung schaffen.“
Das 25 Meter hohe Mehrfamilienhaus hat eine maximale Ausdehnung von 29 Metern. Es besitzt einen Hauptzugang und einen Aufzug. Die 30 Zentimeter dicken „Hinse“-Außenwände bestehen aus Bims mit einer Betonfüllung. Mit einem U-Wert von etwa 1,6 W/m²K besaßen sie einen unzureichenden Wärmeschutz, der durch ein Capatect-Wärmedämm-Verbundsystem mit 14 Zentimeter dicken Hartschaumplatten (Neopor – über 22 Meter Gebäudehöhe Mineralfaser-Platten) der Wärmeleitgruppe 035 die Anforderungen der Energieeinsparverordnung für Altbauten deutlich übertrifft. Die Modernisierungs-Arbeiten betrafen rund 2.800 Quadratmeter Fassadenfläche. Sie wurden von Juni bis September 2004 vom Betrieb Werner Ney & Söhne GmbH aus Mörstadt ausgeführt. Verarbeiterbetrieb und Architekturbüro wurde von Caparol-Verkaufsberater Andreas Vomend fachkundig unterstützt.
Als Endbeschichtung des Wärmedämm-Verbundsystems, das in Höhe der Fensterstürze mit den vorgeschriebenen Mineralwollestreifen ausgestattet ist, setzte der Handwerksbetrieb Mineralputz mit zwei Millimeter Körnung ein. Es folgte eine zweimalige Beschichtung mit der fungizid und algizid ausgerüsteten Spezialfarbe Thermosan in den jeweils gewünschten Farbtönen.
Die Perimeterdämmung und eine Wärmedämmung der Allgemein-Flurwände mit 60 Millimeter dicker Mineralwolle komplettierten die Wärmeschutzmaßnahmen. Die insgesamt 400 Quadratmeter große Fläche wurde mit Panzergewebe armiert und das Flachdach komplett erneuert. Eine Abluftanlage sorgt in Verbindung mit geregelten Zuluftführungen in den Fenstern für ausreichenden Luftwechsel. Hohe Aufmerksamkeit widmeten die Architekten außerdem verschiedenen Maßnahmen zur Wohnumfeld-Verbesserung: Der stark frequentierte Eingangsbereich erhielt eine Pergola-Konstruktion, ein neues Vordach, eine neue Briefkastenanlage sowie vorgesetzte Pflanzbehältnisse als Puffer zu den dahinter liegenden Wohnungen.
Die Architekten errechneten im Vorfeld eine Einsparung von 28,2 kg CO2/m²a. Im Ist-Zustand wurde eine Emission von 51,1 kg CO2/m²a festgestellt. Aufgrund der in den Jahren 1999 und 2000 durchgeführten Erneuerung der Heizungsanlage (Niedertemperaturtechnik) und der gesamten Fenster hätten nur durch unverhältnismäßige Maßnahmen bessere Werte erzielt werden können. Wäre die Sanierung 2000 nicht durchgeführt worden, hätten sich jetzt deutlich höhere Einsparpotentiale ergeben. Mit diesen Werten wäre eine Fördermöglichkeit im KfW-CO2-Gebäudesanierungsprogramm gegeben. |
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