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Die Außenwände erhielten eine 30 Zentimeter dicke Wärmedämmung.
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Bauweise der Zukunft:

BASF-Wohnungsunternehmen baut Ein-Liter-Häuser

Das BASF Wohnungsunternehmen LUWOGE hat kürzlich im Ludwigshafener Brunckviertel 46 Mietwohnungen im Reihenhausstil fertiggestellt, die sich durch einen minimierten Heizenergiebedarf auszeichnen. Daher kann hier auf eine Heizkostenabrechnung verzichtet werden. Stattdessen ist eine monatliche Warmmiete von 950 Euro für die jeweils 115 Quadratmeter großen, mit Tiefgaragen komplettierten Wohnungen festgesetzt.

Hervorragender Wärmeschutz

„Um den minimalen Heizenergiebedarf zu realisieren, war es nötig, auf einen besonders wirkungsvollen Wärmeschutz zu achten“, verdeutlicht Architekt und Dipl.-Ingenieur (FH) Ralf Werry, der bei der LUWOGE die Planung und Projektentwicklung leitete. „Die Außenwände aus 17,5 Zentimeter dickem Kalksandstein wurden mit 30 Zentimeter dicken Neopor-Dämmplatten ausgestattet, die Kellerdecken 25 Zentimeter dick gedämmt, und die nicht begehbaren Dächer erhielten eine 60 Zentimeter dicke Dämmschicht.“

Bei der Planung des Modellprojekts wirkte das Passivhaus-Institut in Darmstadt beratend mit. Eng arbeitete Werry außerdem mit Dipl.-Ing. Werner Aumann von Caparol zusammen, dem Hersteller des Fassaden-Wärmedämm-Verbundsystems.

Die Baukosten hielten sich mit rund 1400 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche im üblichen Rahmen. „Umgerechnet wird hier nur ein Liter Heizöl im Jahr pro Quadratmeter Wohnfläche gebraucht“, erläutert Werry: „Allein diese außerordentliche Energieeffizienz hätte auch einen höheren Kostenansatz noch sehr wirtschaftlich gemacht. Das Passivhaus ist die Bauweise der Zukunft. Sie ist die Krone der Umweltentlastung. Denn je weniger ein Land von fossilen Brennstoffen abhängig ist, desto größer ist auch die Unabhängigkeit von Energiepreis-Steigerungen.“

Für den optimierten Wärmeschutz sorgen zusätzlich dreifach verglaste Kunststoff-Fenster mit Edelgasfüllung. Ein spezielles Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung bringt Frischluft, so daß ein häufiges Öffnen der Fenster nicht erforderlich ist und dadurch unnötig viel Raumwärme verloren geht. Insgesamt lassen sich durch die kontrollierte Lüftung rund 85 Prozent der Wärme zurückführen. Die Lüftungsanlage saugt die verbrauchte Wohnungsluft aus Küche und Bad ab und sorgt über einen Wärmetauscher dafür, daß Frischluft wohltemperiert in Wohn- und Schlafzimmer strömt. So wird gesunde Raumluft kontinuierlich frisch und gefiltert zugeführt; Schadstoffe werden beständig abgeführt. Zugleich kann auf eine konventionelle Heizung verzichtet werden. Bei extrem niedrigen Außentemperaturen unterstützt ein direkt an die Wohnanlage angrenzendes Blockheizkraftwerk die Erwärmung der frischen Luft. Das Kleinkraftwerk dient ansonsten der Warmwasserbereitung und der Stromversorgung.

Kräftige Farben für die Fassaden

Zur modernen und fortschrittlichen Ausgestaltung der Wohnanlage passen die kräftigen Fassadenfarbtöne, die punktuell zur Geltung kommen. Sie wurden von der LUWOGE aus der 3D-System-Kollektion von Caparol ausgewählt und vom Farbdesignstudio des Herstellers visualisiert. Zu den durchgängig dunkelgrauen Dächern sind großflächig Blau, Braun, Braun-Ocker und Rot gestellt. Die Endbeschichtungen des Wärmedämm-Verbundsystems wurden dabei – abhängig vom gewählten Farbton – mit mineralischen Silikatputzen (erdige Farbtöne) oder organisch gebundenen Strukturputzen ausgeführt und zweimal mit einer speziellen Fassadenfarbe beschichtet, die algizide und fungizide Wirkstoffe enthält (Thermosan). Ausgeführt wurden die Fassadenarbeiten vom Malerbetrieb Dech + Sohn (Siemensstraße 6, 67304 Eisenberg).

Die Wohnanlage diente dabei zusätzlich auch als Pilotprojekt für eine neu entwickelte Pigmenttechnik. Dr. Juan A. González-Gómez von der BASF erläutert: „Die Xfast-Pigmente haben, bezogen auf den Kilosatz, eine zwei- bis achtmal höhere Färbekraft. Sie sparen bei den Farben- und Lackherstellern im Vergleich zu flüssigen Pigmentpasten einen Produktionsschritt ein und besitzen eine höhere Lagerstabilität. Herkömmliche Pigmente können nicht einfach in den Weißbinder – die Grundsubstanz einer Anstrichfarbe – eingerührt werden. Wegen seiner feinen staubigen Konsistenz würde das Pigmentpulver zusammenklumpen wie Mehl in der Soße. Deshalb muß es in einem aufwendigen Verfahren ‚angerieben’ werden. Mit Wasser und weiteren Additiven wird in einem Mahlverfahren eine Paste erzeugt, die erst dann zu einer Anstrichfarbe oder einem Lack weiterverarbeitet werden kann. Die mediterranen Xfast-Farben an den Ein-Liter-Stadthäusern bringen ein farbenfrohes Flair in das Brunckviertel.“