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| Vorher: Monotonie in tristen Beige- und Brauntönen
Nachher: Polychromie mit lebendigen Kontrasten und einer auffällig akzentuierten Erdgeschoßzone, die den „aktiven Lebensbereich“ im direkten Blickfeld besonders betont. |
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Akzente im Erdgeschoß
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Ungewöhnliche Farbkonzeption wertet Wohnsiedlung in Kehl auf
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Die Siedlung am Ortsrand von Kehl im Stadtteil Wolfsgrube gelegen, zeichnet sich durch ihre grüne, landschaftlich ansprechende Umgebung aus. Die vier- und sechsgeschossigen Wohnblöcke allerdings präsentierten sich im Gegensatz dazu eher trist und monoton. Hier galt es im Zuge eines Sanierungskonzeptes der Baugenossenschaft „Familienheim Mittelbaden eG“ die einzelnen Wohnkomplexe nicht nur zu dämmen - um sie energetisch aufzuwerten und attraktiver zu machen - sondern auch farblich neu und lebenswerter zu gestalten.
Diplom-Farbdesignerin Petra Ruhnau vom Caparol FarbDesignStudio verschaffte sich Vorort mit dem Caparol Außendienstkollegen Reinhard Moosler und Oliver-Björn Bäuerle von der Familienheim Mittelbaden eG einen Eindruck der Wohnanlage. Nach gründlicher Besprechung der gestalterischen Möglichkeiten und der Zielsetzung der farblichen Neufassung wurde auch die Gegend ausführlich analysiert, denn angrenzende, nicht zur Siedlung gehörende Häuser befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft. Sowohl farbneutrale Gebäude in Weiß- und Graunuancen als auch kräftige Farbigkeiten prägen die bebaute Umgebung. Die Siedlungsgebäude sollten in einem positiven Kontext zur vorhandenen, nachbarschaftlichen Bebauung stehen und gleichzeitig ein eigenständiges, zusammengehörendes Bild vermitteln. Kein vereinheitlichendes Gestaltungskonzept aus einem Guß, sondern eine Kombination aus stimmigen Einzellösungen. Gewünscht war, die Identifikation der Bewohner zu „ihrem“ Haus unterstützen. Eine neue Farbgebung sollte zudem die Orientierung erleichtern und eindeutiger die Identität des Ortes prägen.
Das erarbeitete Farbkonzept fand bei der Baugenossenschaft sehr positiven Zuspruch und wurde von Malerbetrieb Schendel nach Entwurf zuverlässig ausgeführt – das umgesetzte Ergebnis kann sich sehen lassen. Die aufwendigen Sanierungsarbeiten, die viel Geduld der Bewohner erforderten, werden 2009 mit dem letzten Gebäude abgeschlossen. Charakteristisch ist bei allen Häusern eine ruhige, dezente Farbigkeit der Hauptfassadenflächen. Auffällig sind jedoch die Erdgeschoßzonen - sie sind mit intensiven Farbtönen deutlich akzentuiert. Optisch bilden sie so eine tragfähige, stabile Basis für das gesamte, leicht anmutende Gebäude. Die im Erdgeschoß integrierten Garagentore nehmen als Lackfarbton die Sockelfarbe in stärkerer Sättigungsstufe auf. Dadurch wird das Erdgeschoß als Einheit verstanden. Außerdem steht die kräftige Farbigkeit im Bereich der Augenhöhe in Verbindung mit der „aktiven Lebenszone“, denn hier fahren nicht nur Autos sondern spielen auch Kinder. Farblich betont sind auch die seitlichen Balkonbrüstungselemente (Trespa). Dieser Akzent sorgt für eine interessante Seitenansicht und betont die Vertikale, was den langgestreckten Baukörpern gut tut. Einheitlich hell gefaßt sind die vorhandenen horizontalen Bänder der Fassade. Diese Bänder, die sich auch in der Putzstruktur absetzen, stehen in optischer Verbindung zu den Balkonen und gliedern auf angenehme Weise die großen Fassadenflächen.
Dieses Gestaltungsprinzip betont die Zusammengehörigkeit der einzelnen, baulich sehr ähnlichen Gebäudetypen. Es kommen fünf unterschiedliche Farbkombinationen zum Einsatz, die sich zum Teil wiederholen. Dadurch entsteht ein roter Faden, der die insgesamt acht Häuser der Siedlung optisch verbindet. Alle eingesetzten Farbtöne korrespondieren hervorragend mit der vorhandenen Farbigkeit des Viertels.
Aus der Ferne betrachtet strahlt die Wohnanlage eine einladende Leichtigkeit aus – bei näherer Betrachtung erfreuen die kräftig-lebendigen Farbakzente Besucher und Bewohner. Entsprechend äußern sich diese auch sehr positiv über die sowohl technische als auch gestalterische Aufwertung „ihres“ Viertels. |
Fotos: Caparol Farben Lacke Bautenschutz/Martin Duckek |
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