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Als grauer Koloß wirkte das Wohn- und Geschäftshaus, bevor die Farbgestaltung für ein attraktives Erscheinungsbild sorgte.
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Wenn Farbe von sich reden macht
Wohn- und Geschäftshaus in Tettnang energiesparend saniert
Das Anfang der 70er Jahre entstandene Wohn- und Geschäftshaus an der Lindauer Straße 25 befindet sich an exponierter Stelle in Tettnang am Bodensee. Nach der jüngst abgeschlossenen Sanierung verleiht eine kräftige Farbgestaltung in Erd- und Ockertönen dem zuvor betongrauen Gebäude ein modernes Äußeres.
Renovierungsmaßnahmen
Bei der Renovierung wurden an zwei Gebäudeseiten Eternit-Platten entfernt und entsorgt. Der beauftragte Fachbetrieb säuberte und sanierte zudem alle schadhaften Betonflächen. Um die Fassade an moderne Bedürfnisse anzupassen, brachte das Stukkateurgeschäft Lothar Pfeiffer ein energiesparendes Wärmedämm-Verbundsystem an, das mit einem verarbeitungsfertigen silikatgebundenen Strukturputz versehen und mit der Fassadenfarbe Thermosan beschichtet wurde. Die geringe Verschmutzungsneigung von hochwertigen Siliconharz-Fassadenfarben wird hier gekoppelt mit der guten Wirksamkeit gegen Algen- und Pilzbefall.
Farbkonzept
Als gestalterische Vorgaben der Wohnungseigentümergemeinschaft sollten die Firmenfarben (leuchtendes Blau) sowie die Farbigkeit der umliegenden Gebäude (überwiegend Grautöne) berücksichtigt werden. Zu berücksichtigen waren zudem die Farbtöne der Fensterrahmen (Weiß und Hellgrau).
Die Diplom-Designerinnen Petra Ruhnau und Sabine Hoffner vom Caparol-FarbDesignStudio legten für die Farbgestaltung zwei Entwürfe vor, von denen die Eigentümergemeinschaft den kräftigeren Farbentwurf wählte. Dabei kennzeichnet ein Spiel von erdigen Rot- und Ockertönen den oberen Gebäudeteil, der untere wird in einer neutralen Farbe gehalten. Für die Wandflächen des Geschäftshauses im Erdgeschoß wählten die Verantwortlichen ein ruhiges Steingrau, so daß die Firmen-Logos gut zur Geltung kommen und eine sachliche Stimmung erzeugt wird. Dieser Farbton kehrt an den Hauptwandflächen des Wohngebäudes wieder und stellt so eine Verbindung der beiden Baukörper her.
Eine gute Gliederung des Wohngebäudes gelang durch die farbliche Differenzierung der vorhandenen horizontalen Brüstungsfelder in verschiedenen Rottönen: Teile der äußeren Fassadenflächen sind in einem tiefen Bordeauxrot gehalten; eine Aufhellung im Bereich der in der Mitte befindlichen Balkonbrüstungen erfolgte durch ein helleres Korallrot. Für die Balkonrückwände und -untersichten wurde ein natürlicher warmer Weißton gewählt – passend zu den weißen Fensterrahmen. Die großen seitlichen Giebelflächen setzen sich in einem intensiven Ockerton ab, der die Präsenz des Gebäudes zur Straße verstärkt. Die Balkongeländer sind in einem satten Ultramarinblau lackiert. Dadurch wird eine Verbindung zum Blauton der Firmen-Logos hergestellt und zugleich ein Kontrast zu den warmen Rot- und Ockertönen des Wohngebäudes gesetzt.
Die Farbgestaltung in erdigen Rot- und Ockertönen verleiht dem Gebäude eine natürliche Note und ein sehr charakteristisches Aussehen. Der Entwurf zeichnet sich durch die farbliche Trennung des unteren vom oberen Gebäudeteils aus: Wohnhaus und Geschäftshaus wirken so eigenständig. Gleichzeitig existieren durch den gezielten Einsatz von Farbakzenten auch verbindende Elemente. Die mutige Farbgestaltung sorgte vor Ort für einigen Gesprächsstoff. Das mehrheitliche Urteil lautet: ein „Farbklecks“ an dieser Ecke sei eine Bereicherung und Orientierungshilfe für das ansonsten eher graue Umfeld.
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