Unsere Referenzen auf einen Blick
Die drei Gebäudezüge am Hellweg wirken seit Abschluss der Fassadenmodernisierung wie neu gebaut. Die Düsseldorfer Bau- und Spar-Genossenschaft verzeichnet eine gestiegene Nachfrage nach genossenschaftlichem Wohnraum im Stadtteil Flingern. (Foto: Caparol Farben Lacke Bautenschutz/Andreas Wiese)
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Geklinkerte Fassade wird zum Blickfang

Bestandssanierung in bewohntem Zustand – 5000 Quadratmeter Vollwärmeschutz

Die Düsseldorfer Bau- und Spargenossenschaft (DüBS) ließ im Rahmen einer minutiös geplanten Fassadensanierung drei Gebäudezüge mit 80 Wohneinheiten aus den 1960er Jahren auf das aktuelle Niveau der Energieeinsparverordnung dämmen. Zugleich wurden die Bestandsgebäude durch Aufstockung um 18 Parteien erweitert. Zirka 100 Mitglieder profitieren von der im Herbst 2007 erfolgreich abgeschlossenen Modernisierung, die sich die gemeinnützige Bau- und Spar-Genossenschaft rund sechs Millionen Euro kosten ließ. Die aufgestockten, neu errichteten Dächer zieren nunmehr attraktive Gauben; neue Personenaufzüge und großzügige Balkone lockern die vorbildlich aufgedämmte, mit roten Spaltverblendern geklinkerte Fassade optisch auf. Doch der wohl bemerkenswerteste Aspekt dieser vielschichtigen Sanierung ist, dass sämtliche Bewohner während der eineinhalbjährigen An- und Umbauphase in ihren Wohnungen verbleiben konnten.

Bauen im bewohnten Bestand stellt an Architekten, Ingenieure und Ausführende hohe Ansprüche, die die Herausforderungen eines Neubaus in mancher Hinsicht übertreffen. Ein wesentlicher Unterschied zu einer Neubauplanung besteht darin, dass nur durch ständiges Abgleichen und Kontrollieren mit dem Bestand der Umschluss von theoretischer Planung zur Ausführungsplanung erfolgen kann. So auch am Düsseldorfer Hellweg: „Bildlich gesprochen erschien mir dieses Projekt oft wie eine Operation am offenen Herzen“, fasst Dipl.-Ing. Architekt Peter Naumann, Geschäftsführer der Düsseldorfer Niederlassung von Rhode, Kellermann, Wawrowsky (RKW), seine Erfahrungen zusammen.

Das emotionale Fazit des ansonsten eher sachlichen Routiniers kann kaum verwundern, denn die überwiegend alteingesessenen Mietparteien blieben auf Wunsch des Bauherrn während der gesamten Umbauphase in ihren angestammten Domizilen wohnen. Für die beauftragten Architekten galt es somit, neben architektonischen und bauphysikalischen Gesichtspunkten auch die sozialen Aspekte des Zusammenlebens der Parteien ins Kalkül zu ziehen. Das setzt Erfahrung voraus und bedingt ein erhöhtes Maß an persönlicher Präsenz vor Ort.

Logistische Meisterleistung

Einen reibungslosen Ablauf des Baugeschehens unter diesen Umständen zu ermöglichen, stellte planerisch wie auch logistisch hohe Anforderungen. Schließlich galt es, insgesamt rund 5.000 m² Fassadenfläche energetisch und optisch vorbildlich zu sanieren. Dem Komplexitätsgrad der Baumaßnahme entsprechend, beanspruchte die intensive Planung vergleichsweise viel Zeit: Im September 2005 nahm das Düsseldorfer Architekturbüro RKW seine Arbeit auf; ziemlich genau ein Jahr später – im September 2006 – wurde die Baustelle nach erteilter Baugenehmigung eingerichtet. Da es sich um eine Winterbaustelle handelte, waren witterungsbedingte Schwierigkeiten und Verzögerungen absehbar. Erst im Frühjahr 2007 konnte mit den eigentlichen Dämmarbeiten an der komplett eingerüsteten Fassade begonnen werden; doch schon im Herbst war auch der letzte Quadratmeter Fassadenfläche wie geplant geklinkert und verfugt.

Lasten der Vergangenheit

„Selbst ein Routinier kann sich kaum vorstellen, wie viele Überraschungen man im Verlauf eines solchen Projekts erlebt“, sagt RKW-Architekt Peter Naumann rückblickend. Die erste prekäre Situation galt es bereits kurz nach der Inaugenscheinnahme des Anwesens zu meistern. So hatte der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bundeswehr das Bauamt der Stadt Düsseldorf darüber informiert, dass sich auf dem Grundstück einst drei Flugabwehrkanonen befunden haben sollen; die exakte Position der ehemaligen Flakstellungen sei jedoch nicht mehr festzustellen. „Dass wir nach diesem Hinweis das Gelände – nicht nur unter statischen Aspekten - sehr sorgfältig unter die Lupe nahmen, versteht sich“, berichtet Dipl.-Ing. Silke Fromm-Wulf, die als Bauleiterin für das Projekt zuständig war. „Zum Glück gab es bald Entwarnung; so blieb uns die Bergung von Blindgängern erspart. Die erforderlichen Gründungen für Personenaufzüge und Balkonanlagen an der Außenfassade hätten wir sonst gar nicht erst in Angriff nehmen können“, erinnert sich Architektin Silke Lange an die erste Hürde des Projekts. Doch das war erst der Anfang. Die Komplexität des Bauvorhabens sollte dem renommierten Architekturbüro noch Einiges abverlangen.

Brandschutz-Dialog

Auch der Brandschutz bereitete anfänglich Kopfzerbrechen. So musste die Brandschutzplanung für jedes einzelne der drei Mehrgeschossgebäude beim Bauamt zur Genehmigung eingereicht werden. Um wirklich alles Erdenkliche für die Sicherheit der Hausbewohner zu tun, suchte das Architektenteam schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt das Gespräch mit den Verantwortlichen der Düsseldorfer Bauaufsicht. „Wie ein Brandüberschlag auf benachbarte Wohnungen und Gebäude sicher verhindert werden kann, war im Zuge der vorbeugenden Brandschutzplanung ein heiß diskutiertes Thema“, sagt Silke Lange. Bemerkens-wert: Durch das offene, von Anfang an sehr kooperative Zusammenwirken von Architekturbüro und Bauaufsicht gab es trotz zahlreicher zu klärender Brandschutzdetails keine nennenswerten Verzögerungen des Baufortschritts. „Der konstruktiven Mitwirkung der Düsseldorfer Bauaufsicht ist es zu verdanken, dass die praktische Umsetzung der Arbeiten wie projektiert verlief“, bestätigt Mark Rohrmann von der Düsseldorfer Bau- und Spar-Genossenschaft.

Hausbewohner frühzeitig eingebunden

Mit bewundernswertem Gleichmut nahmen die Bewohner Baulärm, Staub, Schmutz, Gerüste vor den Fenstern und wechselnde Handwerker im Haus während der eigentlichen Umbauphase in Kauf. Sogar die Tiefbauarbeiten und das geräuschintensive Verlegen neuer Versorgungsleitungen und Rohre ließen die Düsseldorfer mit stoischer Gelassenheit über sich ergehen. Die Mitgliedervertreter sorgten während dieser Zeit dafür, dass berechtigten Inter-essen rechtzeitig Gehör geschenkt wurde. Änderungswünsche, die dem Projekt dienlich waren, konnten dadurch frühzeitig berücksichtigt werden. Mehr noch: „Durch die Einbindung in die Planungs- und Entscheidungsprozesse entstand bei vielen Bewohnern ein hohes Maß an Identifikation mit ihrem sich wandelnden Wohnumfeld“, hat auch Michael Buchen beobachtet, der als Caparol-Objektberater die Ausführung der Dämmarbeiten aufmerksam begleitete.

Diese Beobachtung deckt sich mit der Einschätzung des Mitgliedervertreters Heinrich Ludwig Baum, der seit 1964 Mitglied der Wohnungsbaugenossenschaft ist und seit nunmehr 35 Jahren am Hellweg wohnt: „Ich war in der Tat bei allen wichtigen Besprechungen dabei und konnte den Verantwortlichen der DüBS wie auch den Architekten jeden Einwand, jedes Vorkommnis und jede Befürchtung sofort vortragen. Dazu gehörten natürlich auch zahlreiche Anregungen und Ausstattungswünsche. Ich für meinen Teil hatte immer das Gefühl, dass unsere Anliegen ernst genommen werden und dass man uns mit Respekt begegnet. Insbesondere haben sich die Damen und Herren des Architekturbüros, was ich hoch anrechne, auch im größten Trubel um verständliche Auskünfte bemüht. Dass man uns in die Planungen und Entscheidungen von Anfang an mit einbezogen hat, dürfte die Bereitschaft vieler Hausbewohner positiv beeinflusst haben, einige unangenehme Begleitumstände während der Bauphase hinzunehmen.“

Zur Nachahmung empfohlen

Im Umgang mit den Mitgliedern der Düsseldorfer Bau- und Spar-Genossenschaft besaßen die RKW-Architekten offenbar das nötige Fingerspitzengefühl. „Dass bauliche Veränderungen Fragen aufwerfen und nicht immer auf ungeteilte Zustimmung stoßen, ist verständlich. Für uns war es daher selbstverständlich, die Anliegen der Leute ernst zu nehmen, ihnen aufmerksam zuhören und bei abweichenden Auffassungen unsere Position nachvollziehbar zu erklären. Ohne die Geduld der Bewohner und ihre Nachsicht hätten wir das ganze Umbauprojekt niemals so reibungslos bewerkstelligen können“, macht Architektin Silke Lange den Hausbewohnern ein Kompliment. Dass die gesamte Planungs- und Bauphase durch den frühen Einbezug der Mieter ohne gravierende Streitigkeiten verlief, kennzeichnet den genossenschaftlichen Mietwohnungsbau in Düsseldorf als Integrationsmodell, das Nachahmung verdient.

In jeder Hinsicht aufgewertet

Bei lobenden Worten für die umbauerprobten Düsseldorfer Genossenschaftsmitglieder sollte es indessen nicht bleiben: Die Bewohner wurden für ihre Geduld mit einer wunderschön geklinkerten Fassade auf einem höchst effizienten Wärmedämm-Verbundsystem aus dem Hause Caparol belohnt. Sämtliche Wohnungen wurden zudem mit großzügigen Balkonen ausgestattet und sind nunmehr auch bequem per Lift erreichbar – ein unschätzbarer Vorteil gerade für ältere Mitglieder.

Fit für die nächsten 30 Jahre

Die Energiekosten werden allgemein auch in Zukunft weiter steigen, der Energiebedarf der Wohnungen sollte deshalb auf ein vorbildliches Minimum sinken. Deutlich weniger Heizenergie über Winter verbrauchen und bezahlen zu müssen, ist daher die wirtschaftlichste Option, die Wohnungsbaugenossenschaften ihren Mitgliedern bieten können.

Bei der energetischen Instandsetzung der Gebäudehülle kam insofern auch der Aspekt des Klimaschutzes nicht zu kurz; galt es doch, den zulässigen Höchstwert für Transmissionswärmeverluste von 0,67 W/m²K deutlich zu unterschreiten – was mit einem berechneten U-Wert von 0,58 W/m²K hervorragend gelang. Dazu wurde auf die statisch noch intakte, energetisch jedoch stark verbesserungsbedürftige Altfassade aus den frühen 1960er Jahren nach eingehenden Haftzugprüfungen ein besonders energiesparendes WDVS von Caparol aufgebracht. Der Jahresprimärenergiebedarf sank dadurch im Ergebnis unter das laut EnEV zu-lässige Niveau: 84,2 kWh/m²a wurden im Energiebedarfsausweis dokumentiert.

Damit die optische Attraktivität der Fassade auf Jahrzehnte hinaus gewahrt bleibt, sollten die Capatect-Dämmplatten nicht verputzt, sondern verklinkert werden. „Um dabei die noch tragfähige Altfassade nicht über Gebühr zu strapazieren, wählte der Bauherr Spaltverblender“, erläutert Caparol-Objektberater Michael Buchen. Dämmung und Riemchenklinker wurden für die Modernisierung im statischen Nachweis mit 0,35 KN/m² angesetzt. „Die Verankerung der Außendämmung erfolgte mit Tellerdübeln und Spezialschrauben in den Bestandsklinker; im umlaufenden Deckenbereich wurde die Verankerung im tragenden Mauerwerk vorgenommen“, berichtet Bauleiterin Dipl.-Ing. Silke Fromm-Wulf. Die Befestigungsmethode entspricht den Vorgaben des Deutschen Instituts für Bautechnik in Berlin (DIBt), das die Verankerung von Dämmplattenbefestigungen im tragenden Mauerwerk vorschreibt.

„Der Wunsch des Kunden nach einem auf Dauer gepflegten Fassadenbild lässt sich auch bei Mehrgeschossgebäuden dieser Größenordnung mit ästhetischen Kriterien in Einklang bringen“, sagt Caparol-Geschäftsführer Manfred Dondorf. Seiner Meinung nach passen die gewählten rot geflammten Riemchenklinker bestens zum ursprünglichen Charakter der Fassade. „Wir wollten am Düsseldorfer Standort Hellweg/Porschestraße Akzente setzen und zeigen, wie energiesparendes genossenschaftliches Wohnen aussehen kann. Dabei haben wir Wert darauf gelegt, dass die modernisierten Häuser einladend, gepflegt und zeitgemäß wirken“, berichtet Silke Lange, die als Architektin vor Ort für eine zeitnahe Umsetzung aller an-stehenden Arbeiten sorgte. Die neuen Dachgeschosswohnungen zeichnen sich durch moderne Grundrisse aus und verfügen über eine hochwertige Ausstattung, zu der unter anderem Parkettfußböden im Wohnbereich, Einbauschränke und energiesparende Gasthermen zählen.

Fassadenspezialisten am Werk

Die drei Mehrgeschossgebäude waren schon im unsanierten Zustand voll verklinkert; die Fassade aus den 1960er Jahren bot allerdings ein nur wenig ebenmäßiges Bild und wirkte in manchen Bereichen „wie eine Dünenlandschaft“. Um dennoch ein sauberes Fassadenbild zu erzielen, wurden die Arbeiten dem auf Klinkerarbeiten spezialisierten Malerbetrieb von Michael Cremer aus Wassenberg übertragen. „Am Hellweg mussten wir erst einmal recht aufwändig eine ebene Fassadenfläche herstellen, bevor die Dämmplatten und nachfolgend die Flachverblender montiert werden konnten“, erinnert sich der auf Fassadenbau spezialisierte Malermeister. Auch das lotrechte Einmessen der riesigen Fläche gestaltete sich alles andere als einfach; schließlich können Abweichungen von der optischen Ideallinie um wenige Milli-meter am anderen Ende der Fassade zu einem Versatz von mehreren Zentimetern führen. Langjährige handwerkliche Erfahrung und extreme Genauigkeit in der Detailplanung sind daher unabdingbar, um ein derart großflächiges Projekt zu einem überzeugenden Abschluss zu führen. „Wir dämmen und bekleiden jedes Jahr zwischen 45.000 und 50.000 m² Fassadenfläche. Das macht uns zu einem gefragten Partner für Vollwärmeschutz-Projekte“, betont Geschäftsführer Matthias Cremer. Sein Betrieb ist seit 28 Jahren Kunde von Caparol und verwendet überwiegend Farben, Lacke und Bautenschutzprodukte im Zeichen des gestreiften Elefanten.

Wie richtig die Entscheidung für den Fassadenspezialisten Cremer war, veranschaulicht die im Ergebnis sehr saubere Arbeit: „Das Fassadenbild zeichnet sich über die gesamte Fläche durch außergewöhnlich gleichmäßige Fugen und ein dezent geflammtes Farbbild aus. Auch im Bereich der Kanten und Stürze blieb die Symmetrie der Fugen und Verblender mit erstaunlicher Präzision gewahrt. Die Gesamtwirkung auf den Betrachter ist überaus harmonisch“, urteilt Manfred Dondorf. In Düsseldorf ist es den Baubeteiligten gelungen, das Gebäudeensemble wärmetechnisch komplett auf EnEV-Niveau zu bringen und zugleich eine deutliche Aufwertung des Erscheinungsbildes zu bewirken.

Wenn schon, denn schon

Auf Wunsch des Bauherrn sollten alle Wohnungen per Aufzug erreichbar sein. „Wir können nicht vorhersehen, wer in welchem Alter welche Wohnung in welchem Haus mieten wird. Handelt es sich um ältere Mitglieder, die unbedingt in eine Dachgeschosswohnung ziehen wollen, um die Aussicht zu genießen, muss auch auf der obersten Etage ein Liftzugang vorhanden sein“, begründet Mark Rohrmann das mieterfreundliche Anliegen der Düsseldorfer Bau- und Spargenossenschaft. Um die räumliche Situation im Aufgangsbereich nicht unnötig zu beengen, wurden die Personenaufzüge von außen an die vorhandenen Treppenaufgänge angesetzt. In dieser vorgebauten Position lockern sie die Fassade optisch auf. Aus statischer Erfordernis einzeln fundamentiert, wurde eine Schachtkonstruktion aus bewehrtem Stahlbeton realisiert, die außen mit so genannten Dalmatinerplatten von Caparol aufgedämmt und mit den gleichen Verblendern wie die übrigen Flächen bekleidet wurde. Auf diese Weise entstand ein Fassadenbild, das an konzeptioneller Durchgängigkeit nichts zu wünschen übrig lässt.

Genossenschaftliches Wohnen neu erleben

Das Düsseldorfer Gebäudeensemble sollte nicht nur energetisch auf den neusten Stand gebracht und um 18 Wohneinheiten im Dachgeschoss erweitert, sondern auch optisch deutlich aufgewertet werden. Die Düsseldorfer Bau- und Spargenossenschaft eG wollte ihren Mitgliedern ein zeitgemäß gestaltetes Zuhause mit hohem Identifikationswert schaffen. „Dadurch, dass wir die Wünsche der Bewohner von Anfang an berücksichtigt haben, wuchs die Akzeptanz mit zunehmendem Baufortschritt. Das ist für mich eine wichtige Erkenntnis – und eine schöne Erinnerung dazu“, resümiert Architektin Silke Lange, die diese bemerkenswerte Baumaßnahme ebenso wie Bauleiterin Silke Fromm-Wulf als auch RKW-Geschäftsführer Peter Naumann von A bis Z begleitet hat.