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Der Zauber liegt im Detail

Preis des studentischen Ideenwettbewerbs der DAW SE geht an Studierende der Hochschule RheinMain

Ober-Ramstadt, 29. Januar 2019 (DAW) – Die Aufgabe, die der Baufarbenhersteller DAW SE (Caparol, Alpina) den Teilnehmern des Ideenwettbewerbs stellte, war herausfordernd. Zu entwickeln war ein Gestaltungs- und Farbkonzept für das geplante Hochregallager des Unternehmens am Hauptsitz im südhessischen Ober-Ramstadt. Zwei Studierende des Fachbereichs Architektur und Bauingenieurwesen der Wiesbadener Hochschule RheinMain überzeugten die Jury mit ihrem Konzept, dessen Zauber im Detail liegt.

Um den Standort Ober-Ramstadt weiter auszubauen, plant das familiengeführte Unternehmen den Bau eines vollautomatisierten Hochregallagers. Ziel der Neubaumaßnahme ist es, die zurzeit dezentral angeordnete Lagerfunktionen in einem Zentrallager zusammenzufassen und den Logistikbetrieb durch modernste Lagertechnik effektiv und zukunftsweisend zu gestalten.  Das Gebäude wird eine Grundfläche von ca. 4.800 m² aufweisen bei einer Länge von rund 120 und einer Höhe von 40 Metern.  

Obwohl die Halle trotz seiner beachtlichen Kubatur durch die Lage des Werksgeländes in einer Senke vom Stadtkern Ober-Ramstadt her kaum erkennbar sein wird, war der Inhaberfamilie von Beginn an eines wichtig: Das Hochregallager sollte sich sensibel in die Umgebung einbetten und gleichzeitig ein Zeichen im Erscheinungsbild des designorientierten Unternehmens setzen.  

Die kulturelle Bedeutung von Farbe im Stadtbild und in Innenräumen besitzt für die DAW einen hohen Stellenwert. So bekennt sich das Unternehmen zum Beispiel mit dem von seiner Profi-Marke Caparol ausgelobten Architektur-Preis „Farbe-Struktur-Oberfläche“ zu seiner Verantwortung für die Baukultur und würdigt damit die außergewöhnliche Vielfalt des Bauens. Zur fünften Auflage 2012 wurde der Architekturpreis um die Kategorie „Studenten“ erweitert. Ein logischer Schritt, denn die Förderung von kreativen Nachwuchskräften ist wesentlicher Bestandteil der Firmenphilosophie und ein besonderes Anliegen von DAW.  

Diesen Ansatz übertrug das Unternehmen auf das Gestaltungs- und Farbkonzept des Hochregallagers und lobte im September 2018 einen Ideenwettbewerb unter 27 Hochschulen und Universitäten aus.

Es kommt auf den Blickwinkel an

Insgesamt 23 eingereichte Vorschläge wurden einer international besetzten Jury vorgestellt.  

Unter Vorsitz von Christopher Hammerschmidt, SWECO GmbH (Frankfurt/Main), entschieden sich am 24. Januar die Jurymitglieder Christian Brückner, (Brückner & Brückner Architekten GmbH, Würzburg), Herbert Elfers (planquadrat Elfers Geskes Krämer PartG mbB, Architekten und Stadtplaner, Darmstadt) und Professor Tiina Parkkinnen (Berger+Parkkinen Architekten, Wien) für ein Projekt, das durch seinen  klar ablesbaren konzeptuellen Ansatz überzeugte. Ober-Ramstadts Bürgermeister Werner Schuchmann, DAW-Supply-Chain-Chef Daniel Weber, Petra Schmidt (Leiterin Bauabteilung der DAW) und Margit Vollmert, Leiterin des Caparol-FarbDesignStudios, brachten als Fachpreisrichter ihre Meinung ein.

Es gelinge den Verfasserinnen Nergiz Cakir und Janine Some, die von Professor Andreas Fuchs betreut wurden, mit ihrer Entwurfsidee, die spezifischen Parameter der Aufgabenstellung zu einer Geste zu vereinen, so die Jurybegründung. Es ist keine große Geste, sondern der Zauber liegt im Detail. Das Gebäudevolumen wird mit einem „Vorhang“ aus vertikal angeordneten reflektierenden Paneelen verhüllt. Durch die Reflexionen der umgebenden Landschaft und des Industriegeländes auf der Fassade ordnet sich der Bau in seinen Kontext ein. Es entsteht ein wechselseitiger Dialog mit der Umgebung. Die spiegelnde Fassade wechselt ihr Gesicht permanent mit dem Wetter. Bei wolkenverhangenem Himmel scheint sie sich nach oben komplett aufzulösen. Dadurch wirkt die Halle leicht, fast körperlos.  

Das Thema Farbe wird erst in einer zweiten Lesung des Gebäudes sichtbar. Die Seitenflächen der Fassadenpaneele sind bunt. Ausgehend von den Farben des Caparol-Logos werden vertikale Streifen in verschiedenen Farbnuancen in einer unregelmäßigen Anordnung über die Fassade gewickelt. Bei frontaler Ansicht lässt sich das aussagekräftige Farbspektrum nur erahnen. Verändert man den Blickwinkel durch Bewegung, so eröffnet sich dem Betrachter immer ein anderes Bild der Fassade mit unterschiedlicher Farbintensität. Verstärkt wird diese Wirkung noch durch die gleichzeitige Überlagerung mit dem fragmentierten Spiegelbild der Umgebung.

Die Identität vom Standort wie vom Unternehmen wird durch das überzeugende Gestaltungskonzept gestärkt und mit einem Landmark nach außen kommuniziert. Mit den Worten der Jury: "eine innovative Fassadengestaltung, die ungeahnte poetische Momente schafft".

Dr. Ralf Murjahn (li) und Jury-Vorsitzender Christopher Hammerschmidt gratulieren den Gewinnerinnen des Ideenwettbewerbs, Janine Some (li) und Nergiz Cakir.
Der Wettbewerbs-Gewinner: Der Zauber liegt im Detail - das Gebäude wird mit einem "Vorhang" aus vertikal angeordneten, reflektierenden Paneelen verhüllt.